Persönlichkeitsprofil im Coaching: Wie der LINC Personality Profiler berufliche Klarheit unterstützen kann

Persönlichkeitsprofil im Coaching: Wie der LINC Personality Profiler berufliche Klarheit unterstützen kann

„Bodo, warum arbeitest du gern mit dem LINC Personality Profiler? Ist das nicht auch nur ein Persönlichkeitstest, der Menschen in Schubladen steckt?“

Diese Frage höre ich häufiger. Meine Antwort darauf fällt differenziert aus. Denn ein Persönlichkeitsprofil kann ebenso vorschnell interpretiert wie professionell genutzt werden.

Im Coaching nutze ich den LINC Personality Profiler, kurz LPP, um berufliche Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten: Was passt zu mir? Was treibt mich an? Welche Kompetenzen bringe ich ein? Und welche Bedingungen brauche ich, um auf Dauer gut arbeiten zu können? Fertige Antworten liefert das Profil dabei nicht.

Entscheidend ist nicht allein das Profil. Entscheidend ist, wie die Ergebnisse mit den eigenen Erfahrungen und der konkreten beruflichen Situation verbunden werden.

Genau darin liegt für mich der Nutzen des LPP.

Berufliche Entscheidungen klarer vorbereiten

Qualifikationen, bisherige Positionen und Stellenbeschreibungen liefern wichtige Anhaltspunkte für berufliche Entscheidungen. Sie sagen aber nicht automatisch, ob eine Aufgabe, eine Rolle oder ein Arbeitsumfeld auch persönlich passt.

Gerade bei einer beruflichen Neuorientierung geht es deshalb um mehr als die Frage nach dem nächsten möglichen Job. Häufig muss zunächst geklärt werden:

  • Welche Aufgaben möchte ich weiterhin übernehmen?
  • Welche Form von Verantwortung passt zu mir?
  • Welche Arbeitsbedingungen haben mich unterstützt – und welche dauerhaft Kraft gekostet?

Der LPP entscheidet nicht, welcher Beruf der richtige ist. Er kann aber helfen, bisherige Erfahrungen genauer zu betrachten und klarere Kriterien für die nächste berufliche Station zu entwickeln.

Aus dem allgemeinen Wunsch nach Veränderung entsteht so ein differenzierteres Bild davon, was bleiben darf und was sich verändern sollte.

Die eigene Führungsrolle bewusster gestalten

Führung verlangt keine bestimmte Persönlichkeit. Dennoch beeinflussen persönliche Präferenzen und Motive, wie jemand kommuniziert, Entscheidungen vorbereitet, Verantwortung übernimmt oder mit Spannungen umgeht.

Eine starke Orientierung an Kooperation kann beispielsweise helfen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Zugleich kann es in bestimmten Situationen schwerer fallen, Grenzen zu setzen oder unpopuläre Entscheidungen klar zu vertreten.

Eine hohe Handlungsorientierung kann in dynamischen Situationen hilfreich sein, birgt aber das Risiko, andere zu wenig einzubeziehen.

Der LPP liefert daraus kein Urteil über Führungseignung. Er bietet vielmehr eine Grundlage, um persönliche Präferenzen mit den Anforderungen der eigenen Rolle abzugleichen: Welche Aspekte von Führung fallen leicht? Welche Situationen kosten besonders viel Energie? Und wo werden zusätzliche Handlungsalternativen benötigt?

So wird aus der allgemeinen Frage „Wie kann ich besser führen?“ eine konkretere Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten und der tatsächlichen Führungsrolle.

Entwicklung gezielter planen

Berufliche Entwicklung bedeutet nicht immer, völlig neue Fähigkeiten aufzubauen. Häufig geht es zunächst darum, vorhandene Kompetenzen bewusster wahrzunehmen, mit konkreten Erfahrungen zu belegen und gezielter einzusetzen.

Bei einer angestrebten Führungsrolle können etwa Erfahrungen in Kommunikation, Konfliktklärung oder Entscheidungsfindung relevant sein. Bei einer fachlichen Neuorientierung stellt sich eher die Frage, welche Kompetenzen auf andere Aufgaben übertragbar sind und wo praktische Erprobung oder Weiterbildung notwendig wird.

Der LPP kann helfen, solche Entwicklungsfragen zu strukturieren. Dabei geht es nicht nur darum, welche Kompetenzen sich jemand selbst zuschreibt, sondern auch darum, worauf diese Einschätzung beruht und wie sie zu den Anforderungen einer vorhandenen oder angestrebten Rolle passt.

Aus einem allgemeinen Wunsch wie „Ich möchte souveräner werden“ können dadurch konkretere nächste Schritte entstehen.

Warum ich gerade mit dem LPP arbeite

Ich arbeite gern mit dem LINC Personality Profiler, weil er nicht bei einer einzelnen Eigenschaft stehen bleibt. Er verbindet drei unterschiedliche Perspektiven:

Persönlichkeitseigenschaften werden auf Grundlage des Big-Five-Modells betrachtet. Menschen werden dabei keinen festen Typen zugeordnet, sondern entlang verschiedener Dimensionen beschrieben. Es geht um persönliche Tendenzen, nicht um unveränderliche Festlegungen.

Motive geben Hinweise darauf, wonach eine Person typischerweise strebt und welche Bedürfnisse für sie eine besondere Rolle spielen. Ein Bedürfnis nach Einfluss kann sich beispielsweise in Führung zeigen – aber ebenso in fachlicher Expertise, Projektverantwortung oder der Gestaltung von Prozessen.

Kompetenzeinschätzungen richten den Blick darauf, welche beruflich relevanten Fähigkeiten und Verhaltensweisen sich eine Person selbst zuschreibt. Sie sind kein objektiver Leistungsnachweis. Deshalb werden sie mit Erfahrungen, Rückmeldungen und konkreten beruflichen Anforderungen abgeglichen.

Die Verbindung dieser drei Perspektiven ermöglicht eine differenzierte Einordnung, ohne Menschen auf einen Typ oder eine einzelne Eigenschaft zu reduzieren.

Warum die persönliche Auswertung den Unterschied macht

Ein Ergebnisbericht kann detailliert sein und trotzdem Fragen offenlassen. Manche Aussagen wirken sofort vertraut. Andere passen zunächst nicht zum eigenen Selbstbild oder verändern ihre Bedeutung, sobald eine konkrete berufliche Situation betrachtet wird.

Deshalb umfasst mein Angebot neben der Online-Durchführung und dem persönlichen Ergebnisbericht ein etwa zweistündiges Auswertungs- und Coachinggespräch.

Darin verbinden wir die Ergebnisse mit beruflichen Erfahrungen, aktuellen Anforderungen und der jeweiligen Fragestellung. Dabei geht es auch um Widersprüche und Gegenbeispiele.

Eine Person kann beispielsweise eine starke Präferenz für Struktur haben und trotzdem über Jahre erfolgreich in einem dynamischen Umfeld gearbeitet haben. Interessant ist dann nicht nur, ob das Ergebnis „richtig“ erscheint. Wichtiger ist, unter welchen Bedingungen die Person flexibel handeln konnte und welchen Preis diese Anpassung hatte.

Aus dieser Einordnung können konkrete Beobachtungen, Gespräche, neue Verhaltensweisen oder weitere Entwicklungsschritte entstehen.

Ein Profil spricht nicht für sich. Bedeutung erhalten die Ergebnisse erst durch ihre Verbindung mit Erfahrungen, Anforderungen und der konkreten beruflichen Situation.

Was der LPP nicht abnehmen kann

Der LINC Personality Profiler liefert keine fertige Berufsentscheidung und keinen objektiven Nachweis von Kompetenzen oder Führungseignung.

Auch Konflikte, Überlastung oder berufliche Unzufriedenheit lassen sich nicht allein durch Persönlichkeit erklären. Rollen, Arbeitsbedingungen, Führung, Zusammenarbeit und die aktuelle Lebenssituation gehören ebenfalls zum Gesamtbild.

Sein Nutzen liegt darin, genauer hinzusehen, Annahmen zu überprüfen und berufliche Entscheidungen bewusster vorzubereiten.

Persönlichkeitsprofil im Karriere- und Management-Coaching

Im Karrierecoaching und bei beruflicher Neuorientierung unterstützt der LPP dabei, Aufgaben, Rollen, Motive und Arbeitsbedingungen für den nächsten beruflichen Schritt genauer zu prüfen.

Im Management-Coaching und in der Führungskräfteentwicklung dient er der Reflexion des eigenen Führungsverhaltens, der beruflichen Rolle und konkreter Entwicklungsanforderungen.

Die persönliche Auswertung findet in meiner Coachingpraxis in Reutlingen oder online statt – auch für Interessierte aus Tübingen, Metzingen und der Region Neckar-Alb.

Sie möchten herausfinden, ob der LINC Personality Profiler zu Ihrer beruflichen Fragestellung passt? In einem Sie ein unverbindlichem Erstgespräch klären wir, ob das Profil für Sie eine hilfreiche Grundlage bietet.

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„Ich wollte mich einfach nochmal bedanken“ – Wie Werte und Ziele bei der beruflichen Veränderung in turbulenten Zeiten helfen.

„Ich wollte mich einfach nochmal bedanken“ – Wie Werte und Ziele bei der beruflichen Veränderung in turbulenten Zeiten helfen.

Ein Anruf, der Freude macht

Letzte Woche hatte ich wieder einen dieser Momente, in welchem ich mich so richtig gefreut habe. Eine ehemalige Klientin – ich nenne sie mal Katharina, rief mich an. Sie hatte gerade die Probezeit in ihrem neuen Job bestanden. „Ich wollte mich einfach nochmal bedanken“, sagte sie. „Dieser Job fühlt sich wirklich richtig an – ich bin angekommen.“

Dieser Moment war für uns beide besonders. Katharinas Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Vor einem Jahr hatte sie mich in einer ganz anderen Stimmung kontaktiert: erschöpft, frustriert und ohne eine klare Idee, wie sie aus ihrer beruflichen Sackgasse herauskommen sollte.

Motivation: Weg-von oder Hin-zu?

Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit spüren viele von uns die Notwendigkeit, über Veränderungen im Berufsleben nachzudenken. Manchmal treibt uns der Druck, schwierige Situationen hinter uns zu lassen. Doch wie gelingt es, nicht nur impulsiv zu handeln, sondern eine wirklich tragfähige Perspektive zu entwickeln?

Oft beginnt der Wunsch nach Veränderung mit einer Weg-von-Motivation: Man möchte dem übermächtigen Stress, der fehlenden Anerkennung oder einem Arbeitsplatz, der nicht mehr sicher erscheint, entkommen. Diese Motivation macht deutlich, dass Handlungsbedarf besteht, und kann der erste Schritt sein.

Aber führt sie auch wirklich zu einem nachhaltigen Erfolg? Ist es nicht so, dass wir Gefahr laufen, uns bei einem neuen Job in einer ähnlichen Lage wiederzufinden, wenn wir uns nicht fragen: „Wohin möchte ich eigentlich wirklich?“

Hier kommt die Hin-zu-Motivation ins Spiel. Sie richtet den Blick nach vorne. Statt vor Problemen wegzulaufen, lädt sie dazu ein, die Zukunft aktiv zu gestalten. Besonders in einer schwierigen Arbeitsmarktsituation kann dieser Perspektivwechsel entscheidend sein.

Persönliche Werte als Anker in unsicheren Zeiten

Gerade jetzt erleben wir es stark. Die Schlagzeilen in der Presse sind voll. Ob Bosch, ThyssenKrupp, VW. Viele Arbeitsplätze sind unsicher. Ganze Branchen sind von Umbrüchen betroffen. Entscheidungen scheinen oft von äußeren Umständen bestimmt zu werden. Doch inmitten dieser Herausforderungen können persönliche Werte Orientierung bieten. Was ist wirklich wichtig? Ist es Stabilität, Sinnhaftigkeit, Kreativität, Sicherheit – oder etwas ganz anderes?

Bild von Akacja auf Pixabay

Werte sind wie ein innerer Anker. Wer sie kennt, kann selbst in turbulenten Zeiten Entscheidungen treffen, die sich richtig anfühlen. Sie helfen dabei, nicht nur auf äußere Zwänge zu reagieren, sondern die eigenen Ziele mit einer klaren inneren Haltung zu verfolgen. Und – noch stärker formuliert: Gerade weil wir turbulente Zeiten haben, sollten wir uns unserer Werte bewusst sein.

Wie häufig nehmen wir uns die Zeit, um zu fragen:

  • Welche Werte leiten mich?
  • Wo kann ich diese Werte leben, auch in einem unsicheren Umfeld?
  • Wie helfen sie mir, mich selbst treu zu bleiben?

Gerade in einer angespannten wirtschaftlichen Lage ist es umso wichtiger, dass berufliche Entscheidungen mit den eigenen Werten im Einklang stehen. Laufen wir ansonsten nicht Gefahr, trotz äußerlicher Veränderungen langfristig unzufrieden zu bleiben?

Vom Wunsch zur klaren Vision

Auch wenn – oder gerade weil – der Arbeitsmarkt schwieriger geworden ist: Wo möchten Sie hin? Welche Aufgaben wecken Ihre Begeisterung? Welche Fähigkeiten möchten Sie einbringen?

Ein klarer Plan beginnt oft mit kleinen, aber konkreten Schritten. Könnte es nicht sinnvoll sein, die eigene berufliche Zukunft in Gedanken durchzuspielen – als eine Art lebendiges Bild? Aus solchen Überlegungen entsteht oft mehr Klarheit.

In einer Zeit, in der sich viele Branchen verändern, bietet diese Klarheit nicht nur Orientierung, sondern auch Selbstbewusstsein. Wer mit einer positiven Vision auftritt, sendet ein Signal der Zielstrebigkeit. Es geht darum, nicht nur „einen Job“ zu suchen, sondern zu zeigen, welchen Beitrag man leisten möchte. All dies hatte ich in mehreren Sessions mit Katharina bearbeiten dürfen.

Danke, Katharina

Danke Katharina für deinen Anruf. Der Anruf gab mir den Impuls für diesen Beitrag. Er zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur wegzulaufen, sondern ein klares Ziel vor Augen zu haben.

Ich mag die deutsche Sprache. Das Wort „Beruf“ und „Berufung“ haben denselben Stamm. Bei der „Berufung“ geht es um folgende Fragen:

Was treibt mich an? Was erfüllt mich? Was gibt mir Energie? Was lässt mich jeden Morgen um 6 Uhr in der Früh motiviert aufstehen?

Selbst in schwierigen Zeiten kann die Suche nach Antworten auf diese Fragen einen entscheidenden Unterschied machen. Sie zeigt, wie aus Unsicherheit neue Perspektiven entstehen können – so wie Katharina es erlebt hat.

Bild von Pete Linforth auf Pixabay